#startlovingyourselfnow (Beitrag vom 10.04.2014)*

Ich bin mir sicher, dass ganz viele Leser unter euch sich nicht 100%ig wohl fühlen in ihrem Körper. Wieso? Ist der Bauch zu gross? Der Popo nicht wohl geformt? Der Rücken nicht stark genug? Die Brüste zu klein?

Falls du das gerade liest, möchte ich, dass du dir bevor du folgendes liest, Zeit nimmst und überlegst, ob du wirklich ganz zufrieden mit dir bist.

Wir leben in einer Welt, wo die Gesellschaft immer mehr zu einer einheitlichen Masse mutiert. Um sich akzeptiert zu fühlen muss man Marken Sachen besitzen, ein schickes Auto fahren, ein hübsches Gesicht haben und einen tollen Körper präsentieren. HALT!

Wer definiert was ein toller Körper ist? Wer sagt uns, was als schön gilt? Wie entsteht eine Idealvorstellung vom Traumkörper?

Liebe Leser, WIR als Gesellschaft geben vor, was schön ist und was nicht. Das Problem am Ganzen ist, dass wir Individuen sind. Niemand besitzt die gleiche DNA, die selben Gene. Was heisst das? WIR SIND ALLE VON GRUND AUF VERSCHIEDEN! Und doch streben so viele Frauen nach einem perfekten Körper. Einem Körper, den man irgendwo auf einem H&M Plakat, oder an einem Strand, oder auch im Internet gesehen hat.

Magersucht, Bulimie, Binge- Eating, … All diese Essstörungen entwickelten sich nicht, weil Frauen schon immer zufrieden mit sich und ihrem Körper waren. Nein. Weil wir Frauen uns nicht so akzeptieren können, wie wir sind.

Die Idealvorstellungen vom perfekten Körper waren, sind und werden nie gleich bleiben. Früher war eine Frau gern angesehen, wenn sie reichlich Hüftgold besass. Irgendwann kam dann der Trend, extrem schlank zu sein. Leider bleibt dieses Idealbild tief in unseren Köpfen verankert. Die Modebranche ist hier das beste Beispiel. Wieso aber streben wir nach dem, was wir sehen? Die Werbung, das Internet, die Medien. Das sind Faktoren, die uns mehr beeinflussen, als wir denken.

Damit ihr versteht was ich meine, habe ich eine Fachperson, die in der Werbebranche tätig ist, dazu gezogen. Es ist nicht alles Gold, was glänzt:

Durchschnittlich werden wir alle drei Sekunden mit Werbung konfrontiert. Beim Einkaufen, im Internet, auf der Strasse, auf der Arbeit –die Liste ist endlos. Ihr auszuweichen ist kaum noch möglich.

Trotzdem finde ich Werbung etwas Faszinierendes. Unter anderem weil sie es schafft uns zu unterhalten und Emotionen zu wecken. Wer hat nicht schon einmal eine Werbung so gut gefunden, dass er sie mit seinen Freunden geteilt hat? Ich sage nur: Frist kiss. Die Ernüchterung war riesig als sich herausstellte, dass es sich dabei nur um Schauspieler handelte und das Video wurde schnell wieder vergessen.

Doch weshalb glauben die Leute so gerne an das was sie sehen? Eine Frage auf die es sicherlich nicht nur eine richtige Antwort gibt. Doch etwas ist sicher: gute Werbung lügt nicht! Nie! Das heisst aber nicht, dass die Frau auf dem Plakat tatsächlich so reine Haut hat. Das bedeutet nur, dass die Wahrheit schön verpackt wird. So greiffen zum Beispiel Werbetexter gerne in die Trickkiste und bei einer Shampoowerbung heisst es dann einfach: „Für gesundaussehendes Haar“. Niemand sag hier, dass dieses Shampoo die Haare wirklich gesünder macht.

Würdet ihr euch also mit den ausgeklügelten Marketingstrategien genau so intensiv befassen, wie ihr das mit eurem Körperkult und Socialmedia-Profilen tut, ihr würdet mit grosser Wahrscheinlichkeit eure Freizeit mit anderen Aktivitäten verbringen. Werbung ist die charmante Art der Manipulation.

Vor einigen Wochen, habe ich einem Mädchen und einem Jungen (beide zwölf) versucht zu erklären was ich beruflich mache. Als Grafikerin ist das jedoch nicht so einfach und deshalb habe ich ihnen folgendes Video gezeigt: Click here!

Anschliessend habe ich die Zwei gefragt, ob sie gewusst hätten, dass man mit dem Computer Dinge verändern kann. Beide schüttelten ungläubig den Kopf. Mich überraschte das wenig, denn erst mit ungefähr elf Jahren sind wir in der Lage, zu Unterscheiden, ob etwas wahr oder falsch ist. Weshalb sonst glauben Kinder ans Kristkind? Wenn ihnen niemand sagen würde, dass dieses nicht wirklich existiert, würden sie auch noch mit zehn Jahren daran glauben. Wir verbringen also fast unsere gesamte Kindheit damit non Stopp mit Werbung konfrontiert zu werden. Dabei sind wir nicht in der Lage zu erkennen, was wirklich der Wahrheit entspricht. Als Teenager erfahren wir dann, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Doch für jene die nicht von Eltern oder Lehrern genügend früh aufgeklärt wurden, ist es oftmals sehr schwierig dann noch zu differenzieren. Zu schön, zu perfekt ist die Welt die uns die Medien vorgaukeln. Das Schönheitsideal nur ein kleiner Aspekt davon.

Trends können von überall kommen. Arbeitet man in der Werbeindustrie muss man Trends früh erkennen, diese analysieren und zu seinen Gunsten nutzen. Früher war das extreme Untergewicht das Ziel vieler junger Mädchen. Heute ist der Fitnesswahn auf der Überholspur.

Ein Trend der nicht nur das Ziel setzt einen „perfekten“ Körper zu haben, sondern ein „perfektes“ Leben! Täglich ins Fitnessstudio, viel Schlaf und die pseudo gesunde Ernährung sollen uns glücklich machen und uns ein Leben führen lassen wie aus dem Lifestylemagazin oder dem TV-Spot (ja, auch im Fernsehen kann man mogeln). Ich kann euch sagen: ihr werdet das Ziel NIE erreichen! Aus einem ganz einfachen Grund: es ist nicht real. Ich glaube, dass viele von euch auf der Suche nach sich selbst, sich von falschen Idealen beeinflussen lassen und ihrem eigenen Glück davon laufen. Es spricht nichts gegen eine ausgewogene Ernährung und Sport doch vergesst dabei nicht zu Leben!

Zum Glück hat jeder Trend einen Gegentrend. In diesem Fall heisst er Natürlichkeit und sich selber zu mögen. Deshalb möchte ich euch zum Schluss an noch eine wirklich gute Werbung zeigen.

You are more beautiful than you think

An dieser Stelle möchte ich mich bei der lieben Tabea (@tabealexandra auf Instagram) nochmals herzlichst bedanken. Sie weiss wovon sie redet.

Fitness. Plötzlich streben so viele junge Frauen nach einem durchtrainierten Körper.

Wo sich viele noch hinter dem Slogan „fit is the new skinny“ verstecken und trotzdem dünn sein wollen, versuchen andere verzweifelt Muskeln aufzubauen.

Wenn man aber wirklich pingelig ist, und einen stählernen und definierten Körper haben will, muss man penibel auf die Ernährung achten. Mann muss sein Training optimieren. Mann muss enorm viel Zeit in das ganze investieren. Und da liegt das Problem.

Wieso ich diesen Blog Eintrag verfasse? Weil ich nicht mit ansehen kann, wie mehr und mehr Frauen wegen ihrer gestörten Selbstwahrnehmung zu Grunde gehen..

Ich war 20 Jahre faul. Null Sport. Null Bewegung. Von Null auf Hundert bin ich zu einem regelrechten Fitness Junkie mutiert. Was mit täglichem Cardio angefangen hat, ist zum Muskelaufbau rüber gegangen und hat mit Bulimie geendet.

Bulimie, Anorexie, und alle anderen Essstörungen entwickelt man schneller als man denkt. Ihr denkt vielleicht, dass es bei euch nie so weit kommen kann. Das dachte ich auch. Und nun stehe ich da. Mit meinen 21 Jahren und einen akzeptablen Körper leide ich an einer Essstörung. Ich schreibe das, weil ich euch zeigen will, wie schnell es gehen kann.

Vor einem Jahr habe ich mein Leben komplett umgekrempelt. Hab mit Joggen angefangen, meine Ernährung umgestellt und ab und an trotzdem das gegessen, worauf ich Lust hatte. Ich hab einfach sehr viel gesundes in meine Ernährung eingebaut. Im Sommer hatte ich dann meine Wunschfigur. Da es aber wieder kälter wurde, hab ich mich immer weniger bewegt und auch nicht mehr so fest auf meine Ernährung konzentriert. Ich fing an, alles das zu essen, was ich vom Frühling bis zum Sommer nicht gegessen hatte. Aus Angst, zu zu nehmen, hab ich mich im Fitnessstudio angemeldet und bin wirklich regelmässig gegangen. Aber irgendwie war ich nicht mehr zufrieden mit mir, weil ich massiger wurde. Dann kam Januar und ich nahm mir vor, wieder gesünder zu leben. Also ging ich regelmässig ins Fitnessstudio, machte bei Projekt Sexy Bauch mit und versuchte mich zu 100% clean zu ernähren. Ich las alles mögliche über Fitness und Ernährung im Internet nach. Informierte mich, wie ich mein Training optimieren kann, um endlich einen flachen Bauch zu haben. Ich hab ganz verschiedene Sachen ausprobiert. Low Carb, No- Carb, HIIT, ihr kennt das..

Umso mehr ich meine Ernährung zu kontrollieren und mein Training zu verbessern versuchte, umso mehr Kontrollierte das Essen MICH! Das heisst, dass mein Unterbewusstsein (was ich vorher klar unter Kontrolle hatte) mich zu Fressattacken verleitet. Fressattacken, in denen ich hochkalorische Sachen esse, aber Unmengen davon! Ich werde nicht näher auf das eingehen, da es in meinem letzten Blogeintrag beschrieben steht.

Immer mehr beobachte ich, dass Mädchen und Frauen in das gleiche Strudel geraten. Und glaubt mir, da raus zu kommen ist verdammt schwer. Der erste Schritt dagegen anzukämpfen ist, dass man das Problem erkennt. Der zweite (da kommt ihr ins Spiel) ist, dass man sich und seinen Körper lieben lernt. Seid ehrlich zu euch. Seid ihr wirklich zufrieden?

Ich möchte, dass das alles endlich aufhört. Ich weiss, ich kann weder Bulimie, noch sonst eine Essstörung abschaffen. Aber ich möchte, dass wir Frauen gemeinsam stark werden.

Unter dem Slogan Start loving yourself now möchte ich mit euch versuchen, gemeinsam einen Zeichen gegen Essstörungen und allgemeiner Unzufriedenheit zu setzen.

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

Jetzt fragst du dich bestimmt, was eigentlich mein Ziel hinter dem Ganzen hier ist. Tabea und ich haben uns gedacht, dass wir uns mal nicht auf unsere Problemzonen fixieren. Sondern das Schöne an uns selbst erkennen. Wir wollen, dass ihr euer Leben schätzt, euren Körper akzeptiert und euch an das erfreut, was euch stolz macht.. was ihr liebt!

Man ist viel zu sehr auf seine Problemzonen fokussiert, dass man möglichst bestrebt ist, diese zu beseitigen. Aber viele vergessen dabei, dass das Leben sich um viel mehr dreht, als nur Fitness und Ernährung. Also..

Wie DU mitmachen kannst:

  1. GANZ WICHTIG: Du musst lernen, deinen Körper zu lieben. Jede Frau und jeder Körper ist schön. Egal ob du gross, klein, braun oder weiss bist, mit Narben, Cellulitis oder Fehlstellungen lebst. Du bist einzigartig, du musst es nur selber einsehen.
  2. Zeige, dass du zufrieden bist indem du einen Bild von dir mit dem Slogan „I love my my body“ postest.
  3. Unter dem Bild schreibst du ganz kurz, was DU an DIR am liebsten magst. Für ein mal fokussieren wir uns auf etwas, was wir an uns lieben. Anstatt zu versuchen, das, was wir nicht mögen, zu verändern.
  4. Damit das möglichst viele Personen erreichen kann, benutze diesen Hashtag #startlovingyourselfnow
  5. Verbreite diese Nachricht inkl. Hashtag via Instagram, Facebook, Twitter oder sonst eine Plattform.

Es gibt ganz viele unsichere Frauen unter uns, denen das hoffentlich ein bisschen Mut geben kann. Auch mir wird es helfen, wenn ich mich nicht mehr unter Druck setze, um mit dem Strom fliessen zu müssen. Bevor ich etwas an meiner Figur ändern will, muss ich sie zuerst lieben.

START LOVING YOURSELF NOW!


SONY DSC

___________

*Dieser Beitrag ist von meinem alten Blog importiert. Der Blog hiess damals www.m0reniita.blogspot.ch

1 Kommentar

  1. […] Quelle: #startlovingyourselfnow (Beitrag vom 10.04.2014)* […]

Schreibe einen Kommentar