Was ist schön? (Beitrag vom 03.12.2014)*

Liebe Leser

Dies ist wieder einmal ein sehr spontaner Post, der ohne grosses Nachdenken und ohne Planung entstanden ist. Ich habe vor zwei Tagen meine externe Festplatte aufgeräumt und einige Fotos auf meinem Macbook geladen. Heute habe ich die Fotos ein bisschen ausgemistet und fand Fotos, die mich schockierten.

Damals im 2011 war ich weit weg von Lowcarb und Hanteln. Ich war faul. Ich fand immer Ausreden und Wege, dem Sport zu entgehen. Aber ich sass gerne mit der Familie am Tisch und teilte die Freude beim Essen mit ihnen. Ich hatte schon immer jeden einzelnen Bissen genossen und habe mir nie Gedanken darüber gemacht, wie sich die soeben aufgenommenen Nährstoffe in meinem Körper verhalten, geschweige denn, ob ich zunehmen könnte. Nein. Ich habe das Essen genossen.

Im Grunde war ich zufrieden mit meiner Figur. Das einzige was mich störte war mein Bauch. Ich hatte schon immer gewusst, dass der Bauch meine Problemzone ist. Ich fand auch, dass meine Hüften zu breit und meine Beine und Arme zu dick waren.. aber die fielen nicht so auf.

Aber der Bauch, der störte mich auf jedem Foto.

Ich habe ihn immer eingezogen, nicht nur auf den Fotos. Aber mir wäre damals nie im Leben in den Sinn gekommen, mich doch noch für Sport zu motivieren.

Heute, also fast 3.5 Jahre später, sitze ich da und versuche mein gesundes Verhältnis zum Essen wieder aufzubauen. Jetzt, wo ich endlich eine halbwegs gesunde Einstellung besitze, sehe ich diese Fotos.

Ich sehe sie mir an und bin erstmals geschockt. Das erste, was mir so durch den Kopf ging, war mein Freund. Wie konnte er mich zu dieser Zeit schön finden? Ich hab reichlich Bauchspeck. Ausserdem schwabbelige Beine und sehe total unproportional aus.

Wie kannst du es wagen, dich zu fragen, wieso er dich damals schön fand? Du weisst doch, dass deine Figur weder dich noch deine Schönheit definiert!!! – mein zweiter Gedanke.

Mein zweiter Gedanke gefällt mir ehrlich gesagt besser. Weil es so ist.

Menschen gibt es in allen Grössen und Formen. Das ist nunmal so und daran sollte eine einzelne Person nicht zu Grunde gehen. Darüber habe ich schon mehrfach geschrieben und ich stehe zu hundert Prozent dahinter!! ABER ich muss gestehen, dass ich mich seit zwei Jahren vitaler, fitter und wohler in meinem Körper fühle. Ich habe diese doofen Bauch- Komplexe nicht mehr. Ich geniesse die Bewegung an der frischen Luft und ich liebe jede noch so kleine Veränderung an meinem Körper. Veränderungen die sich zeigen, weil man Sorge zum Körper trägt.

Doch es ist schwierig, einen Mittelweg zu finden und deshalb verstehe ich, dass es Jojo- Effekte und Gewichtsschwankungen gibt. Wir sind bestrebt, immer das beste aus uns rauszuholen. Etwas für unseren Körper und unserem Wohlbefinden zu tun. Manchmal kann es vorkommen, dass man über kurz oder lang mal faul ist und alles schleifen lässt.. es kann vorkommen, dass man übermotiviert ist und deshalb Vollgas gibt. Es kann vorkommen, dass man unzufrieden ist, aber doch nicht so sehr, dass man etwas dagegen machen will.. und es kann sein, dass man manchmal einfach nicht weiss, was oder wie viel man machen soll. Wie viel Bewegung, wie viel gesunde Ernährung, wie viel Süsskram, wie viel Faulheit erlaubt ist, .. die Liste ist endlos. Aber das ist doch völlig okay! Denn das Leben ist ein Auf und Ab, egal ob für mich oder dich. Man muss eigene Erfahrungen machen, um herauszufinden, was einem gut tut und was nicht und manchmal reichen lebenslange Erfahrungen einfach nicht aus..

Ich reise Ende Dezember für fast 3 Wochen nach Mexiko. Die alte (überaus sportliche und übermotivierte) Morena wäre eifrig jeden Tag ins Fitnessstudio gerannt und hätte vor Lauter Angst Kohlenhydrate vom Menüplan gestrichen. Die (hoffentlich etwas klügere) Morena nimmt es nach all dem Figur- Stress im vergangenen Jahr lockerer und wenn sie kein Bock auf Sport hat.. dann geht sie nicht.

Nein ehrlich Leute, ich habe mir vor zwei Monaten nicht das Ziel gesetzt, so gut wie möglich für Mexiko auszusehen. Abgesehen davon, dass ich ein Freund habe, der mich offenbar liebt, ist mir eine stabiles und langanhaltendes Wohlbefinden viel wichtiger als eine kurzzeitige *Ich-verbiete-mir-alles-hauptsache-ich-sehe-gut-aus* – Phase.

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*Dieser Beitrag ist von meinem alten Blog importiert. Der Blog hiess damals www.m0reniita.blogspot.ch

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