#teamselbstliebe – Gastbeitrag

Liebe Mädels, Morena hat mich gefragt ob ich euch ein bisschen von mir erzählen könnte. Jetzt habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und schreibe sie auf um meine kleine Geschichte mit euch zu teilen.

Vor etwa 1 ½ Jahren bin ich per Zufall auf Morenas Instagram Account gestoßen und war begeistert von ihrer Einstellung und ihren Blogeinträgen. Ich habe sie förmlich verschlungen und mich in vielen Texten selbst wieder erkannt. Denn etwa ein Jahr davor habe ich angefangen ein gestörtes Essverhalten und eine sehr negative Selbstwahrnehmung zu entwickeln. Ich fand mich zu dick und wollte möglichst schnell möglichst viel abnehmen. Also bin ich andauernd ins Fitness Studio gerannt weil ich dachte, ich müsste das tun und nicht weil es Spaß gemacht hat. Dann habe ich mir jegliche Süßigkeiten verboten, nicht mehr später als 18 Uhr gegessen und abends möglichst keine Kohlehydrate zu mir genommen, auch wenn ich tierisch Hunger hatte. Wenn ich bei Freunden war konnte ich das nicht genießen und saß nebendran während sie gegessen haben. An einen Abend kann ich mich noch genau erinnern. Ich war bei einem guten Freund und er hat M&Ms gegessen. Ich liebe die so aber ich konnte einfach nicht naschen weil ich danach ein schlechtes Gewissen gehabt hätte. Gezwungener Maßen habe ich einen einzigen gegessen und mich sehr geschämt. Der würde sicherlich direkt an meinem Bauch, an den Oberschenkeln oder am Po ansetzten. Erst jetzt merke ich wie krank mein Kopf da reagiert hat.

Ich habe auch oft die Nährwerttafel hinten auf den Lebensmitteln betrachtet und dann das mit weniger Kalorien und Fett gewählt, auch wenn ich mehr Lust auf das andere hatte.

Außerdem habe ich mich täglich morgens gewogen. Anfangs war ich glücklich damit, weil die Zahl immer kleiner wurde. An meinem Körper habe ich keine allzu große Veränderung gesehen, aber Hauptsache die Waage zeigte jeden Morgen ein kleines bisschen weniger Gewicht an. Und wehe wenn nicht, dann habe ich mir geschworen den Tag noch weniger zu essen und auf jeden Fall zum Sport zu gehen.

Die Leute in meinem sozialen Umfeld haben mich gelobt, weil ich abgenommen habe. Das war ein wunderbares Gefühl, doch glücklich war ich nicht. Ich liebe Nutella, Pizza, Schokolade, Kekse, Kuchen, Döner und all dieses „ungesunde“ Essen. Doch ich habe es mir über Monate verboten. Natürlich haben die Heißhungerattacken nicht auf sich warten lassen. Anfangs konnte ich dagegen ankämpfen. Doch dann bin ich schwach geworden und habe wieder zugenommen. Ich habe einfach alles gegessen worauf ich grade Lust hatte. Egal ob ich hungrig war oder nur Appetit hatte. Alles meist in Massen und nicht in Maßen. Da war locker eine ganze Tafel Schokolade in 5 Minuten verputzt und ich hatte Lust auf noch mehr.

Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, war das mein Wendepunkt. In dieser Zeit habe ich wirklich viel gegessen, aber ich habe auch gelernt mich zu akzeptieren bzw. habe versucht mich trotzdem zu lieben. Durch diese Erkenntnis konnte ich anfangen etwas zu verändern. An meinem Essverhalten und an meinem Denken. Zu dieser Zeit des Essens habe ich grade ein FSJ auf Madagaskar geleistet, wo noch zusätzlich Stress dazu gekommen ist, der mich auch Essen ließ.

Als ich zurück in Deutschland war, das war letztes Jahr im August, habe ich angefangen intuitiv zu essen. Ich hatte mich soweit akzeptiert und wusste, dass ich zugenommen hatte fand es aber nicht weiter tragisch. Natürlich hatte ich den Wunsch abzunehmen, doch für mich ist das kein Abnehmen mehr, sondern ein fit werden. Im Moment gehe ich 2-5 Mal die Woche zum Sport. Je nachdem wie viel Zeit und Lust ich habe. Jedes Mal auf dem Nachhauseweg bin ich super zufrieden und glücklich. Ich habe etwas Gutes für meinen Körper getan und hatte Freude dabei. Jetzt weiß ich, warum man sagt, der Körper schüttet Glückshormone aus nach dem Sport.

Und was das Essen angeht… ich esse ohne nachzudenken. Also ich probiere meinen Kopf auszuschalten. Meistens klappt es sehr gut, aber natürlich bin ich nicht vollkommen geheilt und denke ab und zu an die Kalorien die ich grade zu mir nehme. Doch dann ist mein nächster Gedanke, dass es egal ist. Denn ich bin schön und alle die das nicht so sehen oder mich abwertend betrachten weil ich kein Sixpack habe und meine Beine schwabbeln, sind es nicht wert. Mädels, euer Aussehen ist zweitrangig, Der Charakter und die Ausstrahlung zählen! Was nützt es mir wenn ich schlank und unglücklich bin?! Richtig, es nützt gar nichts! 😉

Wisst ihr was, seit ich wieder da bin wiege ich mich nicht mehr. Das ist so eine Wohltat nicht an diese Zahl gebunden zu sein! Denn diese Zahl ist super unwichtig, sie definiert nicht wie ihr ausseht. Alles was zählt seid ihr und eure positive Ausstrahlung und Gedanken über eure tollen Körper. Fitter geworden bin ich trotz der Süßigkeiten und Kalorien und ich bin glücklich dabei 🙂

Eure Anna

#teamselbstliebe

Und ein dickes fettes Dankeschön an die liebe Morena, ohne die ich mich wahrscheinlich immer noch zu dick fühlen würde <3

2 Kommentare

  1. Gäu, das chani mir guet vorsteue! I hätt mir gwünscht, dass ig so Sache hät chönne läse wo’s mir schlächt gange isch. <3

  2. Claudia sagt: Antworten

    Ich kenne diese Gedanken zu gut. Was darf ich essen oder was sollte ich lieber lassen?
    Wie viele Kalorien enthalten das Produkt? Bloß nicht kaufen das enthält zu viel Kalorien… Lieber das Kalorienarme… Diese Gedanken kreisen einfach im Kopf herum und das ständig. Abhängig von der Laune natürlich. An manchen Tagen ist man zufrieden mit sich selbst und dann gibt es wieder diese Tage, wo man sich einfach nicht in der eigenen Haut unwohl fühlt. Und am liebsten alle spiegel zerschlagen würde.. Um bloß nicht rein schauen zu müssen. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden wie ich bin und habe auch mein Körper akzeptiert. Ich gehe jetzt nun gerne zum Sport und fühle mich nicht mehr unwohl oder gezwungen jeden Tag 4 Stunden sportliche Leistung abzugeben. Ich gehe wenn ich Lust und dafür Zeit habe. Klar hat man die Tage noch wo man sich unwohl fühlt und diese Gedanken wieder kommen, aber ich versuche immer positiv zu mir zu sein.
    Es ist schön zu wissen das man nicht alleine ist mit den Gedanken.

    Danke das du uns deine Geschichte mitgeteilt hast Liebe Anna!

    Liebe Grüße Claudia

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