Gastbeitrag: STOP mit Schuldgefühlen – ich stelle mich meinen Ängsten endgültig!

Ein Post im Facebook mit der Frage: „Für welche Erfahrungen in meinem Leben kann ich aus ganzem Herzen danken?“ hat mich zu diesem Text, den ich hier geschrieben habe, inspiriert. Es sollte zuerst ein Jahresrückblick werden, während mir beim Schreiben meine innere Stimmte sagte: „Nein, das hier wird deine Geschichte durch die schwierigste Phase deines Lebens, die du im Jahr 2016 endlich hinter dir lassen wirst!“, und so sind diese langen und ehrlichen Zeilen entstanden. Ich habe mir alles von der Seele geschrieben und sehe diesen Text als Rückblick für meine intensiven 2 Jahre, welche ich zum Neujahrsbeginn endlich mit Freude hinter mir lassen kann – in der Hoffnung, mir selbst einen Neuanfang zu schenken, aber auch Euch da draussen zu helfen, wieder den Mut zu fassen und glücklich zu werden! Ich bin dankbar für jeden schlechten Tag in diesem Jahr, denn so habe ich gelernt, jeden einzelnen „guten“ Tag noch mehr zu schätzen. 

Ich habe entschlossen, mich hier nicht vorzustellen, weder meine Vergangenheit zu erzählen, noch wie ich genau in die Essstörung hineingerutscht bin. Ich bin der Meinung, dass jeder seine eigene Geschichte besitzt und keine Geschichte ist schlimmer oder weniger schlimm als die andere. Von ganzem Herzen würde ich jedem empfehlen, sich Zeit zu nehmen und einen Rückblick zu schreiben. Sei das ein Jahresrückblick für das Jahr 2016 oder ein Rückblick auf eine bestimmte Lebensphase. Denn je intensiver man sich mit den Erfahrungen, die man gemacht hat, auseinandersetzt, desto mehr Situationen kommen einem beim Schreiben wieder in den Sinn, die man gleichzeitig mit jeder niedergeschriebenen Zeile verarbeiten kann. So kann einem erst bewusst werden, was sich in dieser Zeit alles abgespielt hat, wie stark man überhaupt gewesen ist, welche Hürden gemeistert wurden, wo man anfangs noch gestanden hat und wo man sich heute befindet. 

 

Wenn Du dich in so einer schwierigen Lage befindest, sollte als Erstes herausgefunden werden, welche Gründe zu denselben, immer wiederkehrenden Situationen führen. Ein elender Kreislauf, der sich nie aufhören würde zu drehen, bevor DU ihm nicht endgültig den Kampf ansagen würdest. Der ganze Heilungsprozess beginnt bei der Annahme der Situation und dem Eingeständnis, dass ein gewisses Problem besteht. Sich selber dieses Eingeständnis zu machen, ist wohl das schwierigste überhaupt. Nur schon die Akzeptanz der jetzigen Situation, in der man sich befindet, führt schon zu einer beträchtlichen seelischen Erleichterung. Und wenn dann der erste Schritt gemacht ist, lässt der Zweite nicht lange auf sich warten – versprochen. Nach der Annahme folg das berühmte „In sich hinein kehren“, um herauszufinden, welche Gefühle oder Geschehnisse zu dieser Situation geführt haben. Ich finde Bücher und Vorträge über Selbstliebe ganz toll, denn in Wahrheit fangen all unsere Probleme im Leben mit einem Mangel an „Liebe für sich selbst“ an. Den „innerlichen“ Mangel projizieren wir nach Aussen und fangen an, gewisse Dinge zu tun, in der Hoffnung, den „inneren“ Mangel auszugleichen und uns glücklich zu fühlen. Unser eigentlicher Sinn auf dieser Erde ist es doch, das Glück und die Liebe zu empfinden und zu teilen – mehr nicht. Nimm dir alle Zeit der Welt, die du benötigst, denn jede Veränderung braucht seine Zeit. Schliesslich sind wir auch nicht von heute auf morgen aus dem Nichts entstanden, sondern war dies ein faszinierender 9-monatiger Entwicklungsprozess im Bauch unserer Mama. 

 

Ich musste auch „diesen“ einen ersten Schritt wagen, denn ohne ihn, hätte sich an meiner Situation rein gar nichts geändert – denn dieses traurige und einsame Leben wollte ich einfach nicht mehr leben. Im April dieses Jahres fasste ich nach 1.5 Jahren den Entschluss meinem Teufelskreislauf endlich die Stirn zu bieten. Ich wusste, dass dies nicht von heute auf morgen geschehen kann, aber jeder winzige Schritt vorwärts, war für mich ein grosser Erfolg. Ich bin dankbar für das ganze letzte Jahr, welches ich erleben durfte. 2016 verbinde ich mit sehr vielen Höhen und Tiefen. Es war mein „Gefühlsauf- und ab-Jahr“. Es gab Tage, da war ich überglücklich und auf Höhenflug und dann gab es wieder diese Tage, an denen ich während der Arbeit mich weinend auf der Toilette befand. Ich war aber bereit einen Schlussstrich zu ziehen und war willig, mein Leben zu ändern, mich persönlich zu entwickeln und zu lernen, mich selbst zu lieben und zu akzeptieren, so wie ich wirklich bin. Ich hatte es einfach leid, mich selber und meine Vergangenheit zu bemitleiden und noch mehr satt hatte ich es, das Mitleid der anderen zu spüren. Mir war bewusst, dass ich mich mit einigen unangenehmen Dingen aus meiner Kindheit und der Jugendzeit auseinandersetzen musste. Ich wusste auch, dass dieser Weg nicht einfach sein wird, aber ich bereue es keine Sekunde, diesen Schritt gewählt zu haben. Denn den Frieden mit sich selbst und den anderen zu schliessen, kann die grösste Erleichterung sein und die innerlichen Blockaden lösen. Ich rate allen, innerlich Frieden mit den Eltern, Geschwistern, Familienmitgliedern, Bekannten und alten Arbeitskollegen, ja sogar mit den alten Chefs! Zu schliessen – Nicht weil du ihnen etwas Gutes tun möchtest, sondern weil DU dir damit etwas wesentlich Gutes tust. Jede Verletzung hat Spuren hinterlassen, öffne dich für den Frieden – dein Körper und dein Herz werden es dir danken.

 

Ich bin auf meinen Erfolgsstufen langsam hinaufgestiegen, aber von Zeit zu Zeit auch wieder ein paar Stufen hinuntergefallen. Ich war manchmal am Boden zerstört, weil ich es wieder zugelassen hatte, „schwach“ zu werden. Ich danke jedem Rückfall, den ich dieses Jahr hatte, weil ich so lernen konnte, dass das Herunterfallen zum Leben dazu gehört und völlig okay und total menschlich ist. Wie viele erfolgreiche Menschen haben etliche Versuche gestartet und sind anfangs gescheitert? Sie haben es jedoch immer und immer wieder versucht, bis sie schlussendlich an ihr Ziel kamen. Und solange ich mich nach einem Rückschritt wieder nach vorwärtsbewege und nicht stehen bleibe, ist doch alles wunderbar – und das sollte es auch für Dich sein! 🙂

 

Ihr denkt jetzt bestimmt: „Die kann leicht reden!“, aber das stimmt nicht. Ich kämpfe heute immer noch und ich habe den Kampf noch nicht gewonnen. Doch jeder Schritt nach vorne ist ein Schritt näher zum Ziel. Ich war zum Teil monatelang überfordert mit den ganzen Themen der „positive Gedanken“ und der „Selbstliebe“. Hatte eine gewisse Zeit das Bedürfnis, so viel wie möglich zu lesen und mir die ganze Informationsflut in mein Hirn „saugen“ zu lassen – und wurde leider kein Stück glücklicher damit – ganz im Gegenteil. Ich dachte, ich musste alle Tipps, die irgendwo zu finden waren, umsetzten. Ich wollte wie immer und um jeden Preis, schnell sichtbare Resultate erzielen ohne dabei auf meinen Körper zu hören und ihn mal zu fragen, ob ihm dieses Tempo überhaupt bekommt und ob ihm diese ständigen Diäten und die niedrigen Kalorienzufuhren nicht langsam stinken würden. Ich las tagelang Artikel über Muskelaufbau, Fettabbau, Ernährungspläne, Foodtracking, gesunde Ernährung, verbotene Lebensmittel und und und… Anfangs wog ich bei 171cm, 59kg, jedoch fiel mein Gewicht schnell auf 54.4kg runter, als ich immer weniger und weniger angefangen habe, zu essen. Durch meinen hohen KFA von 25% hatte ich schon immer einen dicken Bauch und dicke Schenkel, die durch die Abnahme (an Muskelmasse!) blieben, welche ich jetzt einfach lernen muss anzunehmen und zu akzeptieren, so wie sie sind. Was mir bis dahin nicht bewusst war: Ich gefährde seit 1.5 Jahren schon meine Gesundheit! Bei der Arbeit konnte ich mich nicht konzentrieren, hatte Schwindelanfälle, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Ausbleiben der Regel und Haarausfall. Ich muss dazu sagen, dass ich meine Regel bis heute noch nicht bekommen habe und mit starkem Haarausfall kämpfe. Aber ich weiss, dass ich das schaffen werde! Ich werde wieder gesund werden – körperlich und psychisch – und DU auch!

 

Meinen Drang zum Perfektionismus lerne ich langsam abzulegen. 99% Leistung waren für mich nie gut genug, nicht einmal 100% reichten mir aus, damit ich zufrieden war – bei der Arbeit, beim Sport, beim Aussehen, einfach überall. Hier erkannte ich diesen schrecklichen „inneren Treiber“ in mir, der mir ständig wieder sagte: „Mach mehr, das ist noch nicht genug – du darfst nicht faul sein!“ oder „Ein kleines bisschen geht noch, denn erst dann bist du gut genug!“ Seit 2 Jahren fragte ich mich also, wieso ich immer wieder diese Fressanfälle habe, wieso ich mir das antue, den ganzen Tag nur ans Essen zu denken, unter der Woche zu hungern, mir das Essen zu verbieten, mir immer wieder auf meinen Bauch zu streicheln, um zu kontrollieren, ob er ja nicht aufgebläht ist und fett aussieht und mir dann abends oder am Wochenende die ganzen Süssigkeiten hineinzustopfen, am Sonntag dann fast nichts zu essen und mit extremen Sport versuche, die ganzen Kalorien wieder auszugleichen. Warum das Ganze nur? Wieso tue ich mir das an?

 

Ich wollte den anderen gefallen. Ich wollte, dass sie mich mögen. Ich wollte, dazugehören. Ich wollte respektiert werden. Ich wollte gut behandelt werden. Ich wollte, dass mich die anderen schön finden. Ich wollte so aussehen, wie die Mädchen auf Instagram. Ich wollte einen Mann, der mich so abgöttisch liebt, wie ich bin. Aber wie können sie mich mögen, respektieren und gut behandeln, wenn ich mich selber nicht liebe, gut behandle und respektiere?? Ich musste erkennen, dass die Unzufriedenheit mit meinem Leben, die Einsamkeit und der Drang zum Perfektionismus mich dazu trieb, äusserlich „perfekt“ zu werden, weil „innerlich“ rein gar nichts perfekt war. Durch die Illusion, dass wenn ich einen „perfekten“ Körper habe und „perfekt“ aussehe, dazu noch so viel abnehme, dass mein Bauchspeck verschwindet, dass ich mich so endlich glücklich fühlen, lieben und akzeptieren kann. Leider vergebens. 

 

Lohnt es sich meine Gesundheit zu gefährden, nur damit die „anderen“ mich mögen? Will ich mir kurz bevor ich irgendwann mal sterbe, sagen: „Wieso habe ich mein Leben nicht genossen? Wieso habe ich auf die schönen Dinge im Leben verzichtet, nur um dünn zu sein und den anderen zu gefallen?“

 

Ich musste erkennen, dass ich durch meinen Drang eine „perfekte“ Person zu sein, mir mein ganzes Leben schwermache und vor allem meine Lebensqualität enorm beeinflusse. Meine Gedanken steuerten bis heute mein ganzes Leben, obwohl es eigentlich mein Bauchgefühl tun sollte. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht einmal, dass ich die Kraft habe, meine Gewohnheiten zu ändern. Es braucht Mut, die eigenen Ängste zu überwinden, aber wenn wir nicht versuchen auszubrechen, dann werden wir immer in unseren Ängsten gefangen sein. Ich bin mittlerweile laufend dran, mein Bestes zu geben und aus jedem Tag, das Bestes daraus zu machen – an manchen Tagen klappt es ganz gut, an manchen weniger, aber ich verurteile mich nicht mehr dafür, wenn es mal nicht so hinhaut, wie ich es mir vorgestellt habe. 

 

„Ich bin fleissig, aber ich darf auch mal faul sein“. „Ich bin glücklich, aber ich darf auch mal traurig sein.“ „Ich ernähre mich gesund, aber ich darf mir auch Schokolade, Süssigkeiten und Kuchen gönnen.“ „Ich mache Sport, aber ich darf mir auch eine Pause gönnen, wenn mein Körper sie braucht.“ „Ich bin nett, aber ich darf auch mal sauer und böse sein.“ „Ich darf auch Bauchspeck/dicke Oberschenkel oder Schwabbelarme haben, das ist natürlich und menschlich.“ 

Das sind so meine Sätze, die ich mir heute noch immer wieder wiederhole, wenn ich merke, dass ich in mein altes Muster zurückfalle. Es ist jeden Tag ein „Kampf“ die eigenen Gedanken wieder in die richtige Richtung zu lenken, aber ein Kampf, der sich definitiv lohnt. Es lohnt sich für mich, meine Psyche, meine Gesundheit und für mein ganzes Leben. Ich will mein Leben wieder geniessen, ich will das Essen geniessen, ich will die Familientreffen wieder geniessen und ich werde sie im neuen Jahr immer mehr und mehr geniessen! – und DU wirst das auch!

 

Aus meiner Sicht her kann ich sagen, dass es mehrere gescheiterte Versuche waren, von heute auf morgen alle schlechten Gewohnheiten über Bord zu werfen und den neuen Gewohnheiten Raum zu schaffen. Mir haben die „kleineren“ aber kontinuierlichen Schritte mehr dazu verholfen, die Angst von den „schlechten“ Nahrungsmitteln immer mehr und mehr abzulegen. Ich habe mir also eine „Testwoche“ erlaubt: Ich habe mir zum Beispiel nach jedem Mittagessen eine Süssigkeit gegönnt. Bei mir war es die Milchschnitte, die eines von vielen „verbotenen“ Lebensmitteln war. Diese Milchschnitte habe ich dann in Ruhe stückchenweise gegönnt. Bei jedem Bissen habe ich meine Augen geschlossen und mir innerlich gesagt: „Mhh so lecker, wie das meinem Körper jetzt schmeckt und Gut tut!“ Ich muss gestehen, am Anfang war das sehr hart für mich und meine Gewissensbisse haben mich gequält, jedoch habe ich das mehrere Wochen durchgezogen und ich habe gesehen, dass sich auf der Waage fast gar nichts verändert hat. Das Beste war jedoch, dass sich meine Lust nach „verbotenen“ Lebensmitteln enorm eingedämpft hat, dass ich endlich wie ein normaler Mensch ohne Bedenken wieder in den Supermarkt gehen konnte, ohne dass mir die Augen nur schon beim Anblick an gewisse Sachen herausfielen. Und dass eigentlich nur, weil ich mir (fast) nichts mehr verbiete. Wenn wieder einmal ein kleineren oder grösserer Rückfall passiert, dann tut es mir in dem Moment einfach nur gut und ich sage mir: „Diese leckeren Sachen hat mein Körper in den ganzen Jahren einfach vermisst und ich habe sie mir jetzt gegönnt – PUNKT! Wenn man sich eine gewisse Zeit jeden Tag „verbotenes“ gönnt, dann wird einem wirklich irgendwann die Lust dazu vergehen. Ich habe dies selber wieder lernen müssen. Fang einfach Klein an: Kinder Schoko-Bons, mini Branche Riegel, mini Lebkuchen, Celebrations. Früher in meiner Jugendzeit wäre mir zum Beispiel niemals ein Snickers oder Mars in den Sinn gekommen. In meiner schlimmen Phase jedoch, träumte ich sogar schon von Äpfeln, geschweige denn von Snickers! In meiner Testwoche habe ich mir dann eine Celebrations-Packung gekauft und jeden Tag jeweils 3 Stück (1 mini Snickers, 1 mini Mars, 1 mini Twix) gegessen und heute keine Spur mehr von den Gelüsten! Wenn ich im Supermarkt etwas sehe, dann kaufe ich es mir auch und esse manchmal die ganze Woche den gleichen Snack nach dem Mittag und habe aber irgendwann gar keine Lust mehr darauf sodass dann die halbe Packung auch mal ungeöffnet bleibt. So mache ich es bis heute immer noch: Ich kaufe es mir, esse jeden Tag ein Stück, bis es mir vergeht und dann geht es wieder von vorne los mit der nächsten Süssigkeit und mit immer besserem Gewissen! 🙂

 

Ich muss auch dazu sagen, dass es meiner Meinung nach gesünder ist, jeden Tag bisschen Süsses zu Essen anstatt mich 6 Tage lang absolut gesund zu ernähren und an einem Tag alles in mich hineinzustopfen. Der Körper gewöhnt sich für 6 Tage den Zucker und das Fett ab und dann bekommt er in kürzester Zeit eine riesen Ladung hineingeschüttet. Wer wäre da nicht überfordert?! Und rein „rechnerisch“ gesehen, ist es auch um einiges weniger an Kalorien, wenn man die „ungesunden“ Sachen, die man sich portionsweise auf die Woche einteilt, zusammenrechnet, als die riesige Massenladung, die man sich bei einer Fressattacke in sich hineinstopft –  dazu noch mit einer riesen Portion Ladung Schuldgefühle.

 

Ich entwickle mich stets immer weiter und bin selber noch lange nicht da, wo ich hinmöchte. Ich habe auch noch einige Arbeit vor mir und an mir. Aber ich bin stolz, habe ich auch die kleinen Schritte gemacht, denn die haben sich schlussendlich alle addiert. Wenn ich zurückblicke, dann sehe ich, wo ich am Anfang gestanden bin und wo ich jetzt stehe – ein Weltunterschied. Klar habe ich das Problem immer noch, dass ich manchmal zu wenig esse oder mich noch zum Sport zwinge, um die Kalorien des (halben) Schokoladekuchens – ja HALBEN Kuchens! J – auszugleichen. Wie gesagt, es ist ein Weg, der gegangen werden muss, mit Höhen und Tiefen –  aber wichtig ist es, weiterzugehen und niemals stehen zu bleiben. Ich habe auch wieder lernen müssen, auf meinen Körper zu hören. Wenn man seinem Körper wieder die Zeit gibt, Signale senden zu dürfen, dann kommen sie auch wieder zurück. Unser Körper trägt und begleitet und schon unser ganzes Leben lang und er soll es auch viele weitere Jahre tun – in Gesundheit. Wir müssen gut zu ihm sorgen, denn er sorgt sich auch gut um uns. Er trägt uns jeden Tag aus dem Bett, er begleitet uns jeden einzelnen Schritt zum Bus, zur Arbeit, zum Sport, zum Einkauf und wie danken wir es ihm? Mit Ablehnung und Vorwürfen, obwohl er immer sein Bestes gegeben hat – wie wir auch! Wenn wir in einer vergangenen Situation gewusst hätten, wie etwas besser zu machen, dann hätten wir es gemacht. Wir geben immer unser Bestes, jede Minute und jede Sekunde. Heute sind wir besser als gestern und morgen werden wir besser sein, als heute. Nur weil wir manchmal unseren Gelüsten nachgehen, Speck haben oder nicht so sportlich sind, wie wir sein sollten – dann sind wir noch lange keine schlechten Menschen. Wir sind alle einzigartige Wesen und keiner ist gleich, wie der andere. Das macht es doch auch so toll. Was wäre aus unserer Menschheit geworden, wenn wir alle gleich denken, gleich aussehen und das gleiche machen würden. Seien wir mal ehrlich: Wenn uns jemand nicht so mag, wie wir sind – dann können wir doch eigentlich froh sein, dass dieser Mensch nicht zu unserem Leben dazugehört?! Die richtigen Menschen bleiben und lieben uns so, wie wir wirklich sind – mit oder ohne Speck! Und das ist das Schöne am ganzen Leben – denn die Liebe kennt keine Grenzen.

 

**Ich wünsche Euch von ganzem Herzen ein wundervolles und tolles neues Jahr mit viel Lebensfreude, Gesundheit, Liebe, Mut und Freude am wundervollen Essen. Möge jeder Tag euch einen Schritt näher zu Eurem Ziel bringen**

11 Kommentare

  1. Lilli sagt: Antworten

    Du kannst wirklich stolz auf Dich sein!

  2. Jessi sagt: Antworten

    Liebe Morena.
    mir kommen die Tränen. So ein wunderbarer Text!
    Ich möchte, dass die ganze Welt diesem Text ließt…
    Du sprichst mir aus der Seele, du schreibst nieder, was in mir vorgeht.
    Ich danke dir so sehr, für deine Worte, die mich jedes Mal aufs neue glücklich machen. Du gibst mir so ein gutes Gefühl. Dieses Gefühl, ich könnte alles schaffen.
    Ich habe schon viel geschafft, aber bin noch lange nicht am Ziel. Wir kämpfen jeden Tag aufs neue. Dank dir, habe ich so viel geschafft und umgedacht.
    Du kamst im mein Leben, als ich dich gebraucht habe.
    Ich wünsche mir, dass du noch vielen Menschen hilfst, mit genau solchen Texten.

    Einfach toll! Ein ganz ganz toller Blogeintrag meine Liebe .. <3

    Deine Jaynie 🙂

  3. Lena sagt: Antworten

    Der Beitrag berührt mich wirklich sehr, er ist toll geschrieben und ich persönlich kann mich an so vielen Stellen selbst wiedererkennen !
    Einfach schön sowas zu lesen ☺️

  4. Danke liebe Morena.. Für diesen wunderbar ehrlichen Text.
    Es ist erschreckend, wie oft ich mich in den ganzen Zeilen selber erkenne. Und es ist so traurig, dass das Essen so unser Leben bestimmt. Ich kann deine Gedanken und all das zu 100 % nachvollziehen.
    Verrückt, was der Kopf da immer so macht.
    Wichtig ist, dass Du auf dem richtigen Weg bist – Schritt für Schritt.. so wie du es geschrieben hast. Und irgendwann wird es hoffentlich ein so minimaler Bestandteile deines (und auch meines) Lebens sein, dass man daran garnicht mehr so denkt.
    Fühl Dich ganz fest gedrückt! Du bist auf dem richtigen Weg. Mach weiter so!
    Du bist eine wunderschöne und starke Frau!
    Ich drück Dich
    Dani

  5. Milia sagt: Antworten

    Wunderschöner und ermutigender Text!
    Der Weg aus einer Essstörung ist so ermüdend und anstrengend, da tut es wahnsinnig gut zu wissen das man nicht alleine ist.

  6. kerstin_nitsrek sagt: Antworten

    Liebe Morena,
    ich bin im Vergleich zu dir schon ziemlich alt -bald 38 Jahre – aber auch ich lerne noch von dir. Zwar kommt mit dem Alter die Gelassenheit, aber sich ehrlich selbst zu lieben – das ist auch jetzt noch nicht immer leicht. Ich hab mal fast 65 Kilo gewogen, fand mich fett und deshalb ungeliebten. Dann hab ich abgenommen, mehr auf mich geachtet und Sport gemacht. Den Lifestyle gelebt, den heute Instagram/facebook/Zeitschriften predigen. Die Art zu Leben sei „richtig“, macht schön und glücklich. Eigentlich wollte ich auf maximal 55 Kilo kommen – aber es lief irgendwie gut… Ich kam auf 52 und dachte mir, „einmal will ich auf der Waage die 4 vorne sehen…“… Dann kam sie: 49,9 Kilo. Ich war stolz es geschafft zu haben. Und schaute in den Spiegel… Und was ich sah war nicht schön oder glücklich. Ich hatte kaum noch Brust, ich fühlte mich nicht besser. Ich musste feststellen – mein Ziel war zwar erreicht – das Ergebnis aber nicht was ich wollte. Ich fühlte mich nicht schöner. Also hab ich wieder Kohlenhydrate gegessen. War ausgeglichen und pendelte mich bei 55-57 Kilo ein. Es war okay. Dünn-sein war aber nie wieder ein Thema. Sport war auch nie so recht mein Ding. Dennoch habe ich mich eine Zeit lang zum Laufen gezwungen. Jeder tut das. Es soll soooo gesund sein… egal das ich Fuß- und Knieprobleme hatte. No pain no gain oder wie heißt es so schön… Als ich 2014 meine Freund fand, war ich glücklich – ich hab aufgehört zu laufen, weil ich lieber Zeit mit ihm verbringen wollte. Ich habe jeden Moment genossen, wir waren Essen, haben gekocht, sind viel gewandert oder waren spazieren. Und ich nahm zu. Waren es 2015 ca 61 Kilo auf der Waage, sind des 2017 zum Jahreswechsel 64 gewesen. Nun bin ich gerade am abnehmen 🙂 ! Jedoch nicht, weil mich mein Freund so nicht mag oder weil mich andere so nicht mögen – nein, ich nehme ab, weil ich mich so nicht mag. Ich habe keine Schuldgefühle oder so. Ich bin glücklich. Ich ernähre mich gerade nicht gesünder als vorher – ich esse nur weniger. Es gibt für mich keine „ungesunden“ oder „böse“ Lebensmittel – ich flippe aus, wenn ich „gesunde Pizza mit Thunfischboden“ lese. Weizen ist also böse – die hippen Oatmeal sind dagegen gut. Dieses ganze Ernährungsgedönse vegan, lowcarb, paleo – ich kann es nimmer hören. Ich esse Pizza mit Hefeboden und nehme ab – Halleluja! Nun waren wir die Woche in einer großen Therme, auch mit textilfreiem Bereich. Momentan wiege ich 62 Kilo. Ich war ein paar Minuten „schämsti“ – weil ich das mit Textilfreiem noch nie hatte. Aber ich hab mich dort nie für meinen Körper geschämt. Ich habe mich, obwohl ich nicht das wiege was ich gerne wiegen möchte, wohl gefühlt. Ich habe so viele verschiedene Körperformen gesehen. Dicke, dünne, alte, junge – weißt du was ich noch gesehen hab bzw was ich eigentlich gesehen habe? Nur perfekte unperfekte Körper. Selbst mit der dünnsten oder schönsten hätte ich nicht tauschen wollen. Weil ich perfekt bin wie ich bin. Ich bin ich. Und du bist perfekt, weil du du bist und nicht wer anderes. Dieses Denken was ich seit einiger Zeit habe, sich gut zu fühlen wie man ist, abnehmen zu wollen, aber sich dabei nicht schlecht zu fühlen – das hast du mit beeinflusst. Du bist ein toller Mensch! Du zeigst anderen, dass es wichtig ist mit sich im reinen zu sein. Das die Speckrolle einen nicht schlechter macht als andere, das man sich auch nicht alles gefallen lassen muss oder sich beleidigen lassen muss. Das es in unserem Leben wichtigeres gibt als Gewicht, Aussehen oder Essen (wobei es doch nichts geileres gibt, als mit Menschen die man liebt Essen zu essen, was abgöttisch geil ist). Und ja, eine Lehrerin darf sich im Bikini im Internet zeigen, sie darf – nein sie MUSS sogar – „predigen“ dass jeder Mensch genug ist, wie er ist. Sie muss diese Botschaft öffentlich in die Welt tragen! Sie muss auch kontra geben, wenn man sie beleidigt oder wollt ihr, das eure Kinder den Mund halten und sich alles gefallen lassen? Wir wollen doch glückliche, mutige Kinder, die mit der Gewissheit aufwachsen, das sie gut sind wie sie sind! Also meine ehemaligen Lehrer waren leider nicht so… Keine Vorbilder. Morena, du bist das. Trage die Botschaft weiter. Lass sich nicht aufhalten. Du bist unperfekt perfekt.
    Kerstin

  7. Hannah sagt: Antworten

    Ich bin sprachlos. Toller Text, sehr gut geschrieben ! Könnte glatt meine Geschichte sein, erkenne mich sehr oft wieder! Sehr motivierend .. Danke dafür

    1. Morena sagt: Antworten

      <3

  8. So wunderbare Blogs Morena! Deine Texte sind so inspirierend und ja wir Frauen sollten endlich aufstehen und für unseren Wert einstehen! Es ist höchste Zeit dem Gesellschaftsstrom entgegenzuwirken. Keep going on Girl!

    1. Morena sagt: Antworten

      Liebe Melanie

      Danke für dein Kompliment, aber dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag, also nicht von mir geschrieben. DANKE trotzdem! 🙂 Es ist absolut so!! Es ist wirklich höchste Zeit! Es müssen einfach viel viel mehr mitmachen, um etwas zu bewirken! <3

  9. Mein Mann hat mich mit meinem Freund betrogen, und ich habe ihn fast verlor, bis ich in der Lage war, mit großem Baba-UFOji um Hilfe in Verbindung zu treten. Er war ein großer Helfer, er rettete meine Ehe von der Schande und der Peinlichkeit, er hat meine Ehe genauso wiederhergestellt wie er Versprochen, mein Mann betrügt mich nicht mehr, wer seine Beziehung retten will oder irgendwelche Probleme hat, die Lösungen braucht, sollte ihn per E-Mail kontaktieren, greatbabaubeji@gmail.com

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