Did you lose weight? // Hast du abgenommen?

Please scroll down for English.


Morena, isst du überhaupt noch etwas? 

.. Wow, du hast aber ganz schön viel abgenommen. Wie hast du das geschafft? Gratuliere, du Glückliche!

Body Positivity ist das jetzt aber nicht mehr oder? 


While I’m standing in front of the mirror of our dressing room I look at my body. Did I really lose that much weight? Sometimes I check my body more than once a day although I stopped caring about the way my body looks long time ago. But I don’t see it. I don’t see any change when I look in the mirror when it comes to my body. The only change I notice is my facial expression, my aura. I see myself happier than months ago. Because in fact I didn’t only lose some pounds since the beginning of this year, I also lost some happiness. I believe that you often look the way you feel so when you’re feeling good, when you’re happy and you feel beautiful, you radiate it and when your soul is hurting, you’re not feeling good or beautiful you notice it when looking in the mirror and to be honest, I didn’t really like the way I looked during this time because I didn’t recognize myself. Tired, sad and with a lack of energy.  Of course it was me and those hard times are part of me and my story now but now that I’m slowly gaining my life back I look more like the person I always used to be. Radiant and positive. Fun fact: The girls at school kept telling me how beautiful I was and I was like „Wow, they don’t see the same person I see when I look in the mirror. “ Telling you all this I want to make sure that you know that I never really cared about all this because I know that we are more than the way we look. We should stop defining ourselves only by our appearance. Seriously.

Ich stehe vor dem Spiegel in meinem neuen Ankleidezimmer und schaue meinen Körper an. Habe ich wirklich so stark abgenommen? Manchmal mache ich das sogar mehrmals am Tag obwohl mir es seit langem relativ egal ist wie ich aussehe und ich deshalb eigentlich selten in den Spiegel schaue. Wenn ich dann in den Spiegel schaue, sehe ich aber keine Veränderung, ausser.. doch, im Gesicht. Ich strahle langsam wieder. Tatsächlich habe ich in den ersten Monaten dieses Jahres nicht nur ein paar Kilos verloren. Was mir viel mehr aufgefallen ist, ist die lebensfreudige Ausstrahlung, die mich nach und nach verliess. Ich bin ja der Meinung, dass man so schön ist wie man sich fühlt und wenn es der Seele nicht gut geht, strahlt man das manchmal eben aus. Ich bin ganz ehrlich, ich habe mich teilweise kaum wiedererkannt. Ich fand auch überhaupt nicht schön was ich sah. Einfach weil ich wusste, dass das irgendwie nicht wirklich ich war. Müde, traurig und antriebslos. Ich habe oft morgens in den Spiegel geschaut und das einzige, was mir durch den Kopf ging war „wow und die Kids in der Schule sagen mir trotzdem immer wie hübsch ich bin. Sie sehen wohl nicht das gleiche wie ich, wenn ich in den Spiegel schaue. Hm.“ Aber es war mir wie gesagt egal, denn ich weiss, dass wir alle mehr als unsere Hülle sind. Hach, wir sollten endlich aufhören, uns über unser Aussehen zu definieren.

Ganz ehrlich? Wenn mich nicht so viele Menschen, offline wie auch online, darauf angesprochen hätten, hätte ich selber wohl nicht bemerkt, dass ich in den letzten Monaten schlanker geworden bin. Deshalb antworte ich auf die so oft gestellte Frage, ob ich denn nun abgenommen hätte oder nicht, achselzuckend immer etwa so: Ja, kann sein. 

Nicht mehr. Nicht weniger. Was mich aber eher beschäftigt ist die Tatsache, dass das so wichtig zu sein scheint und auch die ganzen Nachrichten von Mädchen und Frauen, die mich beneiden und gerne Tipps hätten: Morena, wie hast du das geschafft?  Dass ich kein Fan von Diäten bin, wissen die allermeisten von euch ja bereits. Das heisst nicht, dass ich das Abnehmen an sich verteufle. Überhaupt nicht. ABER: Abnehmen finde ich nur dann okay, wenn es nicht zwanghaft gemacht wird bzw. wenn es nebenbei passiert, ohne dass man es merkt.. Wenn es eine ganz normale Folge von einem ausgewogenen, glücklichen Leben ist. Man macht Sport oder bewegt sich wie es eben gerade passt und so wie es einem Freude bereitet, ohne dass es zwanghaft geschieht und man unter Druck oder unglücklich ist. Man isst ausgewogen, ohne sich gross darüber Gedanken zu machen wie viel und was man essen soll und was man nicht essen darf.  Ich habe in den letzten Jahren oft zu und abgenommen. Je nach dem wie meine Lebenssituation gerade war. Gekümmert hat es mich aber nie weil ich weiss, dass es nicht wichtig ist ob ich nun mehr wiege oder nicht. Die drei Kilos mehr können davon kommen, dass man gerade mehr auswärts isst als sonst, sich weniger bewegt als sonst, mehr Zeit mit Menschen verbringt, die man liebt und mit ihnen leckeres Essen geniesst. Lebensqualität. Es ist doch egal solange man so gesund und glücklich wie eben möglich lebt. Natürlich kann eine Gewichtszunahme auch mit einer Krankheit oder einer Stoffwechselstörung wie auch mit seelischem Stress zu tun haben. Ähnliches kann ich über die Gewichtsabnahme sagen. Manchmal verliert man an Gewicht, weil..

.. es einem nicht gut geht, die Seele weh tut und man deshalb keinen Appetit hat, wie es bei mir der Fall war. Ich hätte es nie gedacht aber ich habe phasenweise einfach überhaupt keinen Appetit verspürt und weil ich wusste, wie wichtig es ist, dass man regelmässig isst, habe ich mich manchmal echt zwingen müssen. Dann habe ich wieder mehr gegessen aber durch den Stress wohl trotzdem nicht zugenommen. Keine Ahnung. Die Gründe für meine Gewichtsabnahme waren jedoch alles andere als erfreulich, weshalb mir dieser Blogpost sehr am Herzen liegt. Abnehmen sollte nicht ständig hochgepriesen werden. Man kann auch durch gewisse Medikamente (ungewollt) abnehmen oder durch ein plötzliches Auftreten einer Krankheit oder einer Stoffwechselstörung. Oftmals ist Abnehmen auch ein Zeichen eines essgestörten Verhalten mit starker psychischer Belastung.   Manchmal wird Abnehmen verursacht durch Selbstzweifel und der Hoffnung, durch die Gewichtsabnahme ein besserer oder wertvollerer Mensch zu sein, was in meinen Augen sehr traurig ist weil das erstens nicht wahr ist und zweitens überhaupt nicht wahr ist. Man ist immer wertvoll, egal wie viel man wiegt.

Ich muss zwei bis drei Kilo abnehmen.. Nicht, weil ich es nötig hätte aber ich würde mich dann einfach wohler fühlen. Okay und wieso? Weil wir in einer Gesellschaft leben, in der Abnehmen so gelobt wird als hätte man etwas Wichtiges im Leben erreicht. Weil wir in einer Gesellschaft leben, in der speziell Frauen möglichst schmal, möglichst zierlich sein sollen. Weil wir in einer Gesellschaft leben, die sehr oberflächlich ist, bei der es oft nur um Schönheit geht. Ich verstehe jeden, der den Wunsch hegt, schmaler und zierlicher zu werden schliesslich ist das immer noch DAS IDEAL. Aber zu welchem Preis? Glücklich und mit sich im Reinen zu sein ist meiner Meinung nach viel wichtiger als krampfhaft versuchen, anderen zu gefallen. Ich wünsche mir, dass wir aufhören, eine Gewichtsabnahme als das Non- Plus- Ultra anzuschauen. Denn das Gewicht ist nur eine doofe Zahl. Der Mensch ist aber viel mehr als diese Zahl, die sich manchmal nach oben und manchmal nach unten bewegt. Glücklich sein, das ist wichtig.

*Die professionellen Fotos wurden von Jerclome geschossen und bearbeitet


Morena, you lost so much weight! Your body is goals. 

Morena, are you dieting? You look so much thinner than months ago. 

Self-love? Body Positivity? Well… You lost so much weight… I don’t know.


I think I probably wouldn’t have noticed that I lost weight if all the people (offline and online)  hadn’t asked me. For this reason and because I never want to give this topic more attention than necessary I always answer like this: „Yes, Maybe.“

What bothers me a little bit is not only the fact that it seems to be so important but also that so many girls keep sending me messages asking me for some advices to lose weight: Morena, how did you lose weight? Your body is“ goals“.  First of all, my body isn’t goals. Because every body is worthy and seeing a body as goals means that there are bodies who are more beautiful more worthy than others and this isn’t true. Well and most of you know that I am absolutely against all kind of diets. This doesn’t mean that losing weight is bad. Not at all! But I think that losing weight is okay when it happens without you forcing it. When it happens by the way. When it is a result of a balanced, happy life you enjoy living. You move the way it makes you feel good without any pressure and without the feeling of having to but with having fun and feeling good about it. When it happens while you eat without feelings of guilt and without thinking about what you should eat but what you actually want to eat.  In the past years I lost and gained weight several times. But I never really cared about it because to me it’s not important how much people weigh, including myself. Those pounds you maybe think are too much can be a result of you actually enjoying life, going out more than usual, spending summer nights with friends or family members eating things you love. A result of moving less than usual because you simply don’t have the time at this point of your life. I call this Quality of life. Don’t worry about it as long as you’re living the happiest and healthiest life you actually enjoy living.

Of course there are also some not so happy reasons for gaining weight. A lot of people gain weight without being able to do something to stop it. There are metabolic disorders, chronic diseases and (mental and physical) illnesses which are responsible for weight gain. Like there are many reasons why people gain weight there are also many reasons why people lose weight without being able to control it. In my case it was because I lost my appetite almost completely. Heart ache and stress. I lost my feelings of hunger more and more although I didn’t want to. I love food. I love to eat. That’s why I tried to eat regularly, but mostly because I didn’t want fall into the same patterns like when I had an eating disorder some years ago. But sometimes I couldn’t. Sometimes I forgot to eat. Sometimes I just didn’t think about it because there were many other things in my head. So as you can see, the reasons why I lost weight aren’t cool, they aren’t goals. Like gaining weight losing weight can be a result of a metabolic disorder or an chronic illness. It can be a result of taking medicine or having sorrows. Often it is also a sign of a disordered eating and the pressure of not feeling beautiful enough, thin enough, good enough or worthy enough. Some people diet and try to lose weight in the hope of being more worthy or more beautiful which to me is really sad. Because it’s not true. You’re always worthy, you’re always enough, no matter what weight the scale shows you.

Of course I see why so many people try to lose weight their entire life. It’s because we live in a society which tells you to do it, otherwise you’re not worthy enough. A society obsessed with losing weight. Trying to lose weight and being the thinnest you can be seems to be part of our mindset. A society obsessed with beauty and appearance. So everyone who’s trying to fit those standards is somehow protecting himself. But why should we continue with this mindset? It’s damaging. Don’t you think it’s so much more important to be happy and at peace with yourself rather than always trying to fit and please others? I wish we could stop caring about how much we weigh and just live. It’s just a number and we are so much more than this number ♥️

16 Kommentare

  1. Laura sagt: Antworten

    wunderschoen liebe Morena und ich hoffe, dass es dir immer weiter besser geht und du dich richtig wohlfuehlst in deiner WG. bleib so wie du bist, sooo wertvoll 🙂

    1. Morena sagt: Antworten

      Liebe Laura

      In eine WG mit meiner guten Freundin zu ziehen, war eine super Entscheidung. Danke für deine lieben Worte! Es geht bergauf! 🙂

  2. Jessy sagt: Antworten

    Danka för dia wichtiga und wertvolla Wort, i gib der voll und ganz rächt! Hauptsach ma isch glücklich! Dank der bini scho öpa 3 Mönat nüma ufd Woog gstanda (und da wärdi glob oh nüma) und i fühl mi super! #bodypositivity

    1. Morena sagt: Antworten

      Liebs Jessy

      I be so so stolz uf dech, dass du scho so lang nömm ufd Woog bisch. Ich wörd ned säge „Da werdi au glaub nömm“, das „glaub“ isch fähl am Platz, hihi. Du wersch nüm druf, well die Zahl nüt über dich seit, Punkt! 🙂 Du füehlsch di jo super oder? So sölls si!

  3. Stefanie sagt: Antworten

    Ein wirklich wertvoller Beitrag zu diesem Thema. Authentisch, herzlich, liebevoll. Toll! Danke! wir sind IMMER GENUG und WERTVOLL!

    1. Morena sagt: Antworten

      Liebe Stefanie

      Danke für deine Worte! Ja, das sind wir!!!

  4. Yasmin sagt: Antworten

    Danke, danke, danke !!! Ich bin so froh, dass du das beschreibst, was ich auch empfinde und was mich beschftigt. Du sprichst mir aus der Seele und danke dir dass du dies teilst und ich mich mit meinen Gedanken bestaetigt fuehle! Wir sind gut so wie wir sind und es ist Arbeit sich das immer wieder bewusst zu machen, weil die Gesellschaft uns unbewusst beeinflussen kann… du erinnerst mich immer wieder daran, dass Selbstliebe enorm wichtig ist ! Danke! 🙂

    Yasmin

    1. Morena sagt: Antworten

      Liebe Yasmin

      So ist es. Aber du hörst dich an, als seist du auf dem absolut richtigen Weg. Mit uns ist nämlich nichts falsch. Auch wenn es uns manchmal bewusst, manchmal unbewusst eingetrichtert wird. Man muss sich einfach immer wieder daran erinnern.

  5. Nihal sagt: Antworten

    Danke Morena ♥️ Hoffe darauf das es dir körperlich und seelisch mehr und mehr besser geht…

    1. Morena sagt: Antworten

      Liebe Nihal

      Das tut es bereits und ich bin mir ganz sicher, dass es weiterhin bergauf gehen wird! Danke ♥️

  6. Bella sagt: Antworten

  7. Stefania R. sagt: Antworten

    ti ammiro! Punto e basta!
    SEI MERAVIGLIOSA! MAGICA

    1. Morena sagt: Antworten

      Grazie Stefania

      Ma che amoreeeee! ♥️ ♥️

  8. Patricia sagt: Antworten

    Toller Blogpost! <3 Und die Fotos sind auch wunderschoen!
    Finde es besonders toll, wie du offenlegst, dass Abnehmen nicht immer nur "positiv" ist und wie sehr doch die "Gesellschaft" dies noch als eben so "positiv" sieht.

  9. Selina sagt: Antworten

    Einfach Danke ❤️

  10. Hoi Morena!
    Ich kenne dich vom Sehen her noch aus der Schulzeit in Oftringen und habe in letzter Zeit öfters dein Gesicht auf Plakaten oder in der Zeitung gesehen – habe deshalb gedacht ich schaue mir mal deinen Blog an. Ich weiss nicht ob du diese Themen in deinem Blog vielleicht mal schon angeschnitten hast aber ich würde dir gerne ein paar Denkanstösse geben:

    „Body Positivity“ finde ich eine gute Sache, den eigenen Körper zu lieben macht aus vielen Gründen sehr viel Sinn (spirituell, psychologisch und physisch). Wo siehst du da aber eine Grenze? Wann geht „body positivity“ zu weit? Ich denke an Fällen von übergewichtigen Menschen. Tatsache ist, dass Herzkrankheiten und andere vaskulare Krankheitsbilder häufig die Todesursache unserer Zeit sind – dass nicht zuletzt auch wegen schlechter Ernährung und/oder Übergewicht in Ländern wie in der Schweiz. Deshalb meine Frage: kann eine Gefahr der „body positivty“ sein, dass man aus „Blindheit“ den eigenen Gesundheitszustand ausblendet und unvernünftig die eigenen Gelüste nach zu vielen und schlechten Mahlzeiten befriedigt?

    Wie stehst du zur pflanzlichen Ernährung? Meiner Meinung nach steht eine positive Einstellung zum eigenen Schönheitsbild stark in Verbindung mit dem, was man dem eigenen Körper zuführt – dazu gehört eben (leider) auch Fleisch oder Milch. Leonardo Da Vinci sagte mal: „My body will not be a tomb for other creatures“. Dass man von einem ethischen Standpunkt her den Konsum von Fleisch kaum legitimieren kann ist mal eine Sache, die andere ist auch, dass der Konsum tierischer Produkte irgendwie dem Standpunkt Selbstliebe und Liebe anderen Lebewesen gegenüber widerspricht. Was ist deine Meinung dazu? Hast du dich schon mal für eine 30 Tage „Challenge“ pflanzlicher Ernährung interessiert?

    Es würde mich freuen eine Antwort von dir zu lesen.

    Gruss

Schreibe einen Kommentar